Die Frage, ob eine Katze trächtig ist, lässt sich zu Hause meist nur vermuten. Bauchumfang, rosige Zitzen oder mehr Appetit können Hinweise sein, ersetzen aber keinen zuverlässigen Nachweis. Ich zeige, welche Anzeichen wirklich etwas bedeuten, wann Ultraschall, Bluttest oder Röntgen sinnvoll sind und wann sofort tierärztliche Hilfe nötig ist.
Mit diesen Methoden lässt sich eine Trächtigkeit zuverlässig feststellen
- Hauszeichen wie rosige Zitzen oder Gewichtszunahme sind nur Hinweise.
- Ein Ultraschall ab etwa dem 20. bis 25. Tag kann die Trächtigkeit früh bestätigen.
- Ein Relaxin-Bluttest ist ab ungefähr 25 bis 30 Tagen aussagekräftig, wird aber nicht in jeder Praxis angeboten.
- Ein Röntgenbild ab etwa dem 42. bis 45. Tag eignet sich besonders zum Zählen der Kitten.
- Den Bauch darf man niemals selbst abtasten, weil dabei Föten verletzt werden können.
Ist meine Katze schwanger und woran erkenne ich es
Eine Katze ist im Durchschnitt etwa 63 bis 66 Tage trächtig. Je nach Wurfgröße und individuellem Verlauf sind ungefähr 60 bis 70 Tage möglich. In den ersten zwei bis drei Wochen sieht man oft gar nichts, deshalb führt eine frühe Beobachtung leicht zu falschen Schlüssen.
Typische Anzeichen ab der dritten Woche
- Die Zitzen wirken rosiger und etwas größer.
- Die Katze nimmt langsam an Gewicht zu.
- Der Appetit kann zunächst schwanken und später deutlich steigen.
- Sie schläft mehr oder sucht ungewöhnlich viel Nähe.
- Der Bauch wird im späteren Verlauf runder.
- Kurz vor der Geburt beginnt sie möglicherweise, einen ruhigen Nestplatz zu suchen.
Diese Veränderungen sind kein sicherer Schwangerschaftstest. Eine Gewichtszunahme kann ebenso durch Überfütterung, Würmer oder eine Erkrankung entstehen. Auch vergrößerte Zitzen treten nach einer Rolligkeit auf, ohne dass Kitten unterwegs sind. Aus meiner Sicht ist genau das die häufigste Fehleinschätzung: Ein einzelnes sichtbares Zeichen wird als Beweis genommen.
Wenn die Katze Freigang hatte und unkastriert ist, sollte man eine Trächtigkeit grundsätzlich für möglich halten. Bis zur tierärztlichen Abklärung bleibt sie am besten im Haus, damit es nicht zu einer weiteren Paarung oder zu Verletzungen kommt.
Welche Untersuchungen beim Tierarzt wirklich weiterhelfen

Ultraschall
Der Ultraschall ab etwa dem 20. bis 25. Tag nach der Paarung ist meist die praktischste Methode für eine frühe Abklärung. Der Tierarzt kann Fruchtanlagen erkennen und später auch Herzaktivität beurteilen. Die Untersuchung ist nicht invasiv und kommt ohne Strahlung aus.
Ein Ultraschall zeigt jedoch nicht immer zuverlässig, wie viele Kitten geboren werden. Kleine Würfe, eine ungünstige Lage der Gebärmutter oder Luft im Darm können die Beurteilung erschweren. Für die Frage, ob eine Trächtigkeit besteht und ob sich die Föten entwickeln, ist er trotzdem häufig die beste erste Wahl.
Relaxin-Bluttest
Bei einer trächtigen Katze bildet die Plazenta das Hormon Relaxin. Ein Bluttest kann dieses Hormon ungefähr ab dem 20. bis 25. Tag nachweisen, verlässlicher wird das Ergebnis meist ab etwa dem 29. bis 31. Tag.
Der Test beantwortet vor allem die Ja-oder-nein-Frage. Er zeigt weder die Anzahl der Kitten noch deren Entwicklung und ist nicht in jeder deutschen Tierarztpraxis verfügbar. Ein zu früh durchgeführter Test kann außerdem trotz bestehender Trächtigkeit negativ ausfallen.
Röntgen
Auf dem Röntgenbild werden die Skelette der Kitten sichtbar, sobald sie ausreichend verkalkt sind. Das ist in der Regel ab Tag 42 bis 45 der Fall. Ein Röntgenbild ist deshalb besonders hilfreich, wenn gegen Ende der Trächtigkeit die Wurfgröße abgeschätzt werden soll.
Für die sehr frühe Diagnose ist Röntgen nicht die passende Methode. Der Tierarzt wägt den Nutzen und die Strahlenbelastung ab. Bei einer normalen Verlaufskontrolle genügt häufig der Ultraschall; kurz vor der Geburt kann das Röntgen aber wichtige Informationen liefern.
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Abtasten
Ein erfahrener Tierarzt kann die Gebärmutter ungefähr ab der dritten bis vierten Woche vorsichtig beurteilen. Diese Methode ist jedoch weniger zuverlässig als Ultraschall und sagt nichts Sicheres über die Lebensfähigkeit der Föten aus.
Zu Hause sollte niemand den Bauch abtasten. Zu viel Druck kann die Gebärmutter reizen oder die Entwicklung der Kitten gefährden. Auch vermeintliche „Kügelchen“ können Kot, Darmbewegungen oder andere Veränderungen sein.
Welcher Test ist wann am sinnvollsten
| Methode | Geeigneter Zeitpunkt | Was sie zeigt | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|
| Beobachtung zu Hause | Ab etwa der dritten Woche | Mögliche Hinweise | Keine sichere Diagnose |
| Ultraschall | Etwa ab Tag 20 bis 25 | Trächtigkeit und Entwicklung | Wurfgröße nur ungenau |
| Relaxin-Bluttest | Etwa ab Tag 25, zuverlässiger ab Tag 29 | Hormoneller Nachweis | Nicht überall verfügbar |
| Röntgen | Etwa ab Tag 42 bis 45 | Kitten und ungefähre Anzahl | Für die Frühdiagnose ungeeignet |
Wenn der Paarungstermin bekannt ist, würde ich bei Unsicherheit meist einen Termin um die dritte bis vierte Woche wählen. Ist der Zeitpunkt unbekannt, ist ein Ultraschall oft hilfreicher als ein zu früh angesetzter Bluttest. Später in der Trächtigkeit kann ein Röntgenbild sinnvoll werden, wenn die Anzahl der Kitten für die Geburtsplanung wichtig ist.
Ein handelsüblicher Schwangerschaftstest für Menschen funktioniert bei Katzen nicht. Auch vermeintliche Hausmittel oder Tests aus dem Internet liefern keine verlässliche Grundlage. Entscheidend ist ein katzenspezifischer Test in der Tierarztpraxis.
Was die Untersuchung in Deutschland kosten kann
Tierarztpraxen rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte, kurz GOT, ab. Der einfache Satz für eine allgemeine Untersuchung mit Beratung bei Hund, Katze oder Frettchen liegt bei 23,62 Euro netto. Je nach Aufwand darf die Praxis grundsätzlich den ein- bis dreifachen Satz berechnen, hinzu kommen Mehrwertsteuer, Verbrauchsmaterial und mögliche Laborgebühren.
Für ein Röntgenbild sind im einfachen GOT-Satz 26,53 Euro pro erster beziehungsweise zweiter Aufnahme vorgesehen. Eine Blutentnahme bei der Katze liegt im einfachen Satz bei 10,26 Euro. Der tatsächliche Rechnungsbetrag kann deutlich höher sein, wenn mehrere Aufnahmen, ein Labor, eine Sedierung oder eine ausführliche Ultraschalluntersuchung nötig sind.
Ich empfehle, bei der Terminvereinbarung kurz nach dem voraussichtlichen Kostenrahmen zu fragen. Das ist besonders sinnvoll, wenn unklar ist, ob nur ein Nachweis oder zusätzlich eine Untersuchung auf Erkrankungen notwendig wird.
Wann eine vermutete Trächtigkeit dringend abgeklärt werden muss
Nicht jede Veränderung am Bauch bedeutet Nachwuchs. Eine Gebärmutterentzündung, eine sogenannte Pyometra, kann zunächst ähnlich wirken und schnell lebensbedrohlich werden. Auch starke Schmerzen, Flüssigkeit im Bauchraum oder andere Erkrankungen kommen als Ursache infrage.
Sofort in die Praxis oder den tierärztlichen Notdienst sollte die Katze bei:
- eitrigem, blutigem oder übel riechendem Ausfluss,
- Fieber, großer Schwäche oder Teilnahmslosigkeit,
- wiederholtem Erbrechen oder kompletter Futterverweigerung,
- starkem Durst und häufigem Urinieren,
- deutlich schmerzhaftem oder gespanntem Bauch,
- Kreislaufproblemen, Atemnot oder Kollaps.
Nach einem positiven Befund sollte die Katze hochwertiges Futter für Kitten oder trächtige Katzen bekommen, sobald der Tierarzt dazu rät. Medikamente, Entwurmungen und Nahrungsergänzungen, besonders Kalzium auf eigene Faust, gehören nicht in die Selbstbehandlung. Für eine sichere Geburt sind Ruhe, Wohnungshaltung und ein sauberer Rückzugsort wichtiger als möglichst viele Produkte.
Die zuverlässigste Entscheidung für Katze und Kitten
Wer nur wissen möchte, ob die Katze trächtig ist, erhält mit einem tierärztlichen Ultraschall meist am schnellsten Klarheit. Der Relaxin-Test kann eine praktische Alternative sein, während das Röntgen später vor allem bei der Einschätzung der Wurfgröße hilft. Bis zur Untersuchung sollte man sich an den sicheren Grundsatz halten: beobachten, nicht am Bauch drücken und bei Krankheitszeichen sofort handeln.